Die Lüge der digitalen Bildung

Politik, Wirtschaft und IT-Anbieter wollen uns weissmachen, dass unsere Kinder schon sehr früh den Umgang mit dem Computer lernen müssen, Medienkompetenz wird das genannt. Ausbildung am Computer ja, aber bitte nicht übertreiben!

Die übertriebene Ausbildung am Tablet bringt überhaupt nicht was uns versprochen wird. Der OECD Bericht vom 15.09.2015 unterstreicht diese Aussage, denn in Ländern, in denen massiv in die IT-Ausstattung von Schulen investiert wurde, seien „keine merklichen Verbesserungen“ bei den Leistungen der Schüler etwa beim Lesen, Rechnen oder in Naturwissenschaften festgestellt worden. Interessanterweise haben die Schüler in Singapur, Südkorea, Hongkong, Japan und Kanada, welche während des Unterrichts eher wenig Zeit am Computer verbringen die besten Computer-Kompetenzen und zeigen hervorragende Leistungen beim Lesen und Schreiben.

So zeigen Studien, dass Kinder mit häufigen Tablet-Konsum sich sprachlich schlechter entwicklen und die Fähigkeit zu schreiben in Grundschulen nicht mehr ausreichend erlernt werden.

"Wenn wir über Kindergärten und Grundschulen reden, dann müssen wir hier ganz stark konstatieren, dass hier der Einsatz von digitalen Medien im weitesten Sinne nicht grundsätzlich glücklicher machen, geschweige, dass in irgend einer Art und Weise besondere positove Effelt erzeugen".

"Wir verlernen das Lernen!"

"Kinder lernen besser von Menschen als mit dem Computer."

"Dieses ganze Gerede: 'Wir brauchen heute gar kein Wissen mehr, wir können ja alles googeln', ist dummes Zeug. Es gibt jede Menge Studien, die zeigen, wie schädlich das ist. Computer sind Lernverhinderungsmaschinen, die haben an Schulen nichts verloren." - Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie

  • BR / Quer / 20.07.2017

    Die Bundesregierung in Deutschland will in den kommenden 5 Jahren 5 Mrd Euro für den Aufbau der digitalen Bildung an Schulen ausgeben. Das sind 25'000 Euro pro Schule pro Jahr! Dies sind nur die Anschaffungskosten, die Betriebs-, Unterhalts- und Erneuerungskosten sind da noch nicht eingerechnet!

  • SWR1 / Leute / 06. 04. 2017

    Prof Manfred Spitzer "Warum Handys dumm machen"

    Gehirnforscher Spitzer warnt vor den Folgen digitaler Medien: "Der übermäßige Gebrauch des Internets führt zu digitaler Demenz, vor allem Kinder könnten Schaden nehmen." Was aber kann man dagegen tun?

Artikel

 20min.ch (15.09.2015)
Schlechtes Zeugnis für Computer an Schulen - Eine teure IT-Ausstattung an Schulen führe zu keiner merklichen Verbesserung bei den Schüler-Leistungen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der OECD.

Bücher

Die Lüge der digitalen Bildung - Gerald Lembke und Ingo Leipner zeigen die dunkle Seite der Ökonomisierung und Digitalisierung von Bildung. Kinder und Jugendliche entwickeln ein bulimieartiges Lernverhalten.

Digitale Demenz - Wissenschaftliche Studien belegen, dass bei intensiver Nutzung von Computerspielen und Online-Chats unser Gehirn abbaut. Kinder und Jugendliche sind oft kaum noch lernfähig.

Videos

Die Lüge der digitalen Bildung – Wie unsere Kinder das Lernen verlernen - Ein Interview mit Prof. Gerald Lembke in der ZDF Sendung "Morgenmagazin" vom 26. Mai 2015 zu seinem neuen Buch.

Digitale Demenz - Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer zum Thema „Digitale Demenz - Lebenslanges Lernen mit Herz, Hirn und Hand" im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wirtschaft und Wissenschaft im Dialog" am 11. März 2013.